Endlich gestrandet: Von Sanur nach Gili Trawangan

Stellt euch vor ihr liegt nachts in einem Holz-Bungalow und schlaft. In einem Land das ihr nicht kennt, an einem Ort der nicht euer zu Hause ist. Und auf einmal versucht jemand die Tür aufzubrechen. So ist es uns in unserer ersten Unterkunft ergangen.

Mitte in der Nacht hat jemand versucht die Tür zu unserem Bungalow aufzubrechen. Zum Glück haben wir noch die gute alte „German Angst“ in uns und haben zusätzlich zu zweimal abschließen auch noch den kleinen Holzriegel vorgeschoben. Nachdem wir wach waren und uns zunächst einen Moment lang ratlos angeschaut haben, habe ich den Kühlschrank vor die Eingangstür geschoben und eine Stolperfalle aus verschiedenen Gegenständen vor die Hintertür gebaut. Trotzdem war die Nacht gelaufen und wir schliefen beide erst bei Tagesanbruch ein.

Am nächsten Morgen verließen wir Sanur und fuhren erst mit dem Mini-Bus und dann mit der Mini-Fähre zur größten der drei Mini-Inseln Gili Trawangan. Die Fahrt war unspektakulär. Ein paar Balinesen verkauften Bier, ein paar betrunkene Australier waren zu laut und machten sich zum Affen, ein paar Chinesen machten davon Fotos, ein paar Deutsche guckten skeptisch. Same same but different.

Auf Gili Trawangan wurden wir von Hendra am Hafen abgeholt. Der Indonesier lebt zusammen mit seiner österreichischen Frau Sandra und demnächst auch einem Baby im Little Elephant, welches gleichzeitig unser erstes Homestay war. Ein Homestay (auch losmen genannt) ist in Indonesien eine Privatunterkunft und eine günstige Alternative zu den Bungalows und Luxushotels auf der Insel. Ich habe mal gelesen, dass der indonesische Tourismusverband diesen Begriff (abgeleitet vom holländischen logement) eingeführt hat. Ein losmen kann ein Etagenbett im Mehrbettzimmer mit einem mandi (indonesisches Klo, das aus einem Loch im Boden und einem Kaltwasserbecken besteht) sein oder ein wundervolles Doppelbettzimmer mit Klimaanlage und westlichem Bad, wie das Little Elephant.

Und hier an diesem wundervollem Ort passierte es. Am Morgen nach unserem ersten Tag und erster Nacht inklusive zimmerlauter Gebetsrufe aus den zwei benachbarten Moscheen und ungewohnten Weckrufen von einem gefühlten Dutzend kreischender Hähne – Willkommen im muslimisch geprägten Lombok,  serviert uns Hendra zum Frühstück unsere ersten indonesisch/österreichischen Bananapancakes. Wir atmen den herrlichen Duft der frischen Pfannkuchen ein und folgen ihm ab jetzt. Er wird uns auf unserer Route immer begleiten und uns schon bald in das Love Shack Shangri-la auf Gili Meno führen. Zunächst dachten wir, dass dies mit Abstand unsere luxuriöseste Unterkunft der ersten Woche werden wird, da Sie mit über 60 Euro die Nacht echt teuer war. Doch bereits als wir ankamen, erlebten wir unsere erste große Überraschung.

Aber zuvor verbrachten wir noch unsere ersten der so langersehnten Inseltage auf Trawangan. Radfahrend, durch die Insel schlendernd, in der Sonne liegend und leckere Frust juices schlürfend. Nachdem der erste Bade- und Schnorcheltag eher unzufriedenstellend vorüber ging, waren wir umso überraschter und überglücklicher als wir am nächsten Morgen unsere erste Riesenwasserschildkröte beim Schnorcheln fanden. Jippi ya yeah!

 

Zum Glück entdeckten wir beim Umrunden der 2 x 3 km „großen“ und für unseren Geschmack doch noch etwas zu trubeligen und touristischen Hauptinsel, mit den etwas alten und klapprigen von Hendra zur Verfügung gestellten Rädern auch noch andere Inselteile, die uns mehr gefielen. So fanden wir zwar leider nicht den perfekten Traumstand während unseres Aufenthalts dort (dafür ein paar Tage später auf Gili Meno), aber entdeckten beim Durchqueren der Insel das einfache Leben der Inselbewohner mit ihren Hühnern und Kühen,  bis wir schließlich auf der anderen Inselseite an einer chilligen Sunset-Bar namens Serena herauskamen. Dort verbrachten wir dann auch noch unseren Letzten der drei Abende in der Hängematte liegend mit einem Glas Mojito in der Hand und Blick auf das Meer und die untergehende Sonne werfend bevor es am nächsten Morgen mit dem Boot zur Kleinsten der drei Gili Inseln ging. Die Zeit schien für diesen wunderbaren Moment zum ersten Mal seit langem einfach still zu stehen.

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