Ein neues Kapitel

Die Seele baumeln lassen auf Schweden

Die Sonne geht auf. Frühstücken. Zähne putzen. Der erste Kaffee. Obwohl man es eigentlich genießen sollte, kreisen die Gedanken bereits um die bevorstehenden Herausforderungen. Hat man an alle Termine gedacht? Wie soll eigentlich das Wetter werden? Was kaufe ich heute ein? Der Tag startet im Büro. Die Mails vom Vortag checken. Gespräche mit den Kollegen. Eine To-Do-Liste erstellen. In der Hektik ist keine Zeit um über die Zukunft nachzudenken oder sich zu überlegen, ob man glücklich ist mit dem was man hat. Es geht einfach weiter, denn eigentlich läuft ja alles gut und eigentlich müsste man sich schon längst auf den nächsten Termin vorbereiten. Nach Arbeitsschluss dann zu Hause. Abendessen mit dem Lieblingsmensch. Gespräche über das was war und über das was kommt. Fernsehen. Schlafen. Klar, nicht jeder Tag ist so und da gibt es auch noch die Wochenenden und die Urlaube und die vielen kleinen Dinge, an denen man sich festhält.

Aber – es gibt zu viele von den Tagen, die einfach wie Sand zwischen unseren Händen zerrinnen. In der Hektik erscheint vieles wichtiger, als es im Nachhinein wirklich ist. Und in dem Moment, in dem wir versuchen die Zeit anzuhalten, um das zu genießen, was uns wirklich wichtig ist, haben wir gleichzeitig ein schlechtes Gewissen. Die meisten nennen es Alltag. Die unglücklichen Hamsterrad. Die wenigsten nennen es Leben.

Der Unterschied zwischen besser und anders

Ich bin weit davon weg unglücklich zu sein. Ich habe eine Familie die für mich da ist, eine wundervolle Beziehung, Freunde, eine Wohnung, ein Auto und einen Job der mir Spaß macht. Das einzige was mich nervt ist die Hektik des Alltags. Vielleicht schreit deshalb die kleine Stimme in meinem Kopf: Veränderung! Am Anfang so leise, dass ich dachte sie schreit „Verbesserung!“, aber je besser ich und alles um mich herum wurde, desto deutlich verstand ich, dass besser nicht gleich anders ist.

Drum fasste ich denn Entschluss auf die Stimme in meinem Kopf zu hören und in meinem Leben ein neues Kapitel zu beginnen. Und dieses Kapitel nenne ich – Entschleunigung. Ich nenne es so, weil für mich der erste Schritt zur Veränderung darin liegt, sich von der Hektik des Alltags zu befreien. Nur dann kann aus einem Gedanken wie „Lass uns um die Welt reisen“ ein Gespräch über Möglichkeiten werden, dem dann Taten folgen und hoffentlich dann auch etwas wahrhaftig anderes.

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