Die geheimen Gili-Inseln von Lombok: Auf Gili Nanggu werden Inselträume wahr

Nach drei Tagen gemeinsamen Entdeckens rund um Kuta auf Lombok, haben wir beschlossen noch ein Weilchen weiter miteinander zu reisen. Das bedeutete für uns zwar, dass wir etwas später nach Bali reisen würden, aber wir wollten selbst noch nicht so ganz weg von Lombok und uns auch noch nicht von Kristina und Kevin trennen. Zudem haben wir in den letzten Wochen schon mehrere Leute getroffen, die von den geheimen Gili-Inseln im Südwesten von Lombok schwärmten. Vielleicht würde dort unser Traum von einer karibischen Insel Realität werden. Also machten wir einen Fahrer über unseren Hausverwalter in Kuta klar, der uns bis zur Bootsanlegestelle nach Gili Nanggu bringen sollte. Gili Nanggu ist die erste und von Osten kommend nahegelegenste der südlichen Gili-Inseln und deshalb am schnellsten zu erreichen. Auf der kleinen Privatinsel mit nur einer Unterkunft und verschiedenen Bungalows soll es außerdem einsamer und ruhiger zugehen als auf den prominenten Gilis im Norden.

Nach ca. 1,5 Stunden sind wir an der Anlegestelle angekommen und mussten nicht lange auf den bestellten Bootsmann warten. Die Überfahrt dauerte nur knappe zehn Minuten und schon waren wir auf der Insel mit dem kristallblauen Wasser. Bevor wir aber mehr vom Strand und der Insel sehen konnten, mussten wir uns ein Zimmer für die nächsten Nächte sichern. Leider hatten wir kein Glück und die schönen, neuen Bungalows mit Balkon, Terrasse und Hängematte direkt am Strand und mit Meerblick waren bereits für die nächsten drei Tage ausgebucht. So mussten wir leider mit den etwas veralteten, dafür klimatisierten, in hinterster Insellage liegenden Bambuscottages vorlieb nehmen. Noch dazu ohne Hängematte! Denn die sollte auf meine Nachfrage hin ernsthaft fast 3,50 Euro am Tag extra kosten. Nein, Danke. Das frustrierte mich zutiefst und machte mich richtig wütend, Vor allem weil die Cottages, wegen der vorhandenen Klimaanlage auch noch 30% teurer waren als der Rest. Das war nicht nur sehr enttäuschend, sondern auch noch überaus unlogisch und ungerecht aus meiner Sicht. Das ist wieder typisch Indonesien. Wo sonst auf der Welt kosten die neuen, größeren undbesser ausgestatteten Bungalows indirekter Strandlage weniger? Da auch unsereVerhandlungsversuche einen günstigeren Preis pro Nacht zu erhalten nichts brachten, mussten wir wohl in den sauren Apfel beißen. So ist das, wenn der Manager der Anlage das Monopol auf der Insel hat.

Nachdem ich einen ganzen Tag mit Schmollen, Frustschieben und Wutausbrüchen verbrachte, konnte auch ich endlich die Schönheit der Insel annhehmen und genießen. Denn trotz der teuren Unterkunft und dem schlechten Restaurant, war die Insel das perfekte Paradies. Feinster weißer Sandstrand. Flach abfallendes, türkisblaues und glasklares Wasser. Und noch dazu einer der besten und artenreichsten Schnorchel-Spots direkt vor unserer Nase. All das nur für uns und ein paar wenigen anderen Gästen der Insel.

Welch eine Ruhe. Welch ein Paradies. Doch Halt!

Da wir bei unserer Ankunft erst am späten Nachmittag auf der Insel eintrafen, haben wir erst am nächsten Morgen erfahren, dass die kleine Trauminsel leider doch nicht so einsam und geheim ist, wie gedacht. Denn aufgrund der fantastischen Schnorchelmöglichkeiten sowie der Nähe zu anderen Touristenhochburgen tummelten sich von morgens bis nachmittags Horden von chinesischen Tagesauflüglern.DMit zahlreichen Booten trafen sie vom Festland oder den nördlichen Gili-Inseln ein und zerstörten unser Idyll. Zum Glück konnten wir den Massen etwas ausweichen und fanden ein paar abgelegene Ecken zum Sonnenbaden, die aber leider nur halb so schön waren wie der breite Hauptbadestrand.

Auch wenn der Strand und die Insel abends wieder uns gehörten, wir uns an unsere ollen Cottages gewöhnten und die Insel immer noch traumhaft fanden, entschieden wir uns die Insel nach drei Tagen zu verlassen, umeine der anderen geheimen Gili-Inseln zu erkunden. Vielleicht wartete ja dort das einsame Paradies auf uns.

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