Auf dem Scooter von Strand zu Strand in Kuta

Nach einem schreckhaften Abend und einer etwas unruhigen Nacht, kam dann doch noch der nächste Morgen, der uns mit purem Sonnenschein auf unserer Panoramaterrasse begrüßte und uns schnell den gestrigen Abend vergessen ließ. Die nächsten zwei Tage wollten wir gemeinsam die umliegenden Strände östlich und westlich von Kuta mit den Scootern entdecken, da der Kuta Beach ja nicht so viel zu bieten hatte, wie wir gestern herausfanden. Und da am ersten dieser Tage, mein Geburtstag war, durfte ich auch bestimmen, wo die Fahrt denn als Erstes hingehen sollte. Wir erkundeten zuerst den Osten und machten unseren ersten Halt am Tanjung Aan Strand. Dort konnten wir gegen eine geringe Gebühr unsere Roller abstellen und es wurde „sicher“ darauf aufgepasst während wir am Strand spazieren und baden gingen. Der Tanjung Aan ist ein weitläufig geschwungener, mehlweißer Sandstrand mit Kliff-Panorama an den Seiten. Und das Beste: fast menschenleer! Ein paar wenige Touristen außer uns waren noch unterwegs, sowie ein paar Grüppchen Einheimischer, von denen wir beim Baden auch sehr offensichtlich angestarrt, belächelt und auch noch fotografiert wurden. Da Lombok vorrangig muslimisch ist, gehen Einheimische nur bekleidet Baden. Die Aunahme bilden Väter und ihre kleinen Söhne.  Kristina und ich sind daher regelmäßig mit unseren Bikinis auf Tauchstation gegangen. Am Strand haben wir uns bei einer frischen Kokosnuss dann noch ein bisschen in der Sonne geaalt, GoProSessions gemacht und SportySpice Kristina hat ihre Kopf- und Hanstandkünste präsentiert. Wir versuchten es sogar ihr gleich zu tun. Ich leider ohne jeglichen Erfolg, Jan gab sich mittelmäßig und Kevin almost perfect – wie zu erwarten. Oh man seitdem die beiden Athleten bei uns sind, fühlen wir uns nun wieder wie  die dicksten Schweinchen am Strand. Hoffentlich gehen die bald wieder heim 😉

Nachdem wir etwas getrocknet waren fuhren wir noch etwas weiter östlich nach Gerupuk. Dies war ein kleiner Fischerort, der Surfer anzieht, da von hier kleine Boote zu nahgelegenen und beliebten Surfspots ablegen. Wir waren hier jedoch nur zum Lunch, da es im Örtchen selbst keinen schönen Strand gab.

Auf dem Rückweg hielten wir dann noch an einem kleinen süßen Café mit Bungalows, das ich schon auf dem Hinweg ausgespäht hatte. Wiedermal hatte mich mein gutes Gespür nicht getäuscht und wir fanden uns auf einer schnucken Holzterasse mit bunten Holzmöbeln im Vintage Stil wieder. Das Drop In macht den leckersten Kaffee, und bietet die besten Shakes und Kuchenkarte auf der ganzen Insel. Wie passend, dass ich noch garkeinen Geburtstagskuchen hatte. Denn der Carrotcake mit Icing oben drauf schmeckte vorzüglich. Ebenso wie die Shakes. Mmmmhh, ein Schmaus.

Vollgegessen bis zum Rand fuhren wir nachhause, hielten noch kurz am Supermarkt um fürs Frühstück am nächsten Morgen ein paar Dinge nachzukaufen  – und ein paar Bier für den Abenden sowie Allerlei Snacks. Was sich später als gute Idee erwies, denn wir waren so voll vom späten Mittagessen und den Kuchen danach, dass wir garkein Abendessen mehr brauchten. Also verbrachten wir den restlichen Abend gemütlich beieinander auf der Terrasse.

Von frechen Cowboys in Kinderschuhen und anderen Sehenswürdigkeiten

Mit einem herzhaften deutschen Frühstück ging es am zweiten Tag mit den Scootern nun in westliche Richtung. Hier sollten die Strände noch schöner zum Baden und einsamer sein. Unser erster Halt war Mawun Beach. Nach dem Abstellen der Roller und kurzem Spaziergang bis zum Strand waren wir wieder mal geflasht vom unerwartet traumhaften Anblick des türkisblauen Wassers vor einer grünen Felslandschaft rechts und links, sowie weißem Pudersand an Strand. Das einzige was das Paradies zerstörte waren die doch horrende Anzahl an Touristen am Strand. Es war gar nicht so leicht noch ein Schattenplätzchen am Strand zu finden, das zudem noch etwas abseits von der  kleinen Verkaufsmeile mit Essensständen lag. Doch wir hatten Glück und fanden noch ein lauschiges Plätzchen neben einem Pärchen unter einem Baum. Doch das Idyll trügte abermals, denn auch bis hier kamen die Händler. Bloß dass es sich hierbei nicht um gewöhnliche Strandverkäufer handelte, sondern um Kinderhändler. Kaum waren Kevin und Jan ins Meer abgetaucht, wurden Kristina und ich schon von den Möchtegernen „überfallen“. Der Erste wollte Ananas verkaufen, belagerte aber augenscheinlich schon den halben Tag das Pärchen neben uns und ließ sich von uns daher mit einem schnellen und klaren „NO, thank you.“ abwimmeln um seinen eigentlichen Belagerungsposten bei unseren Nachbarn wieder einzunehmen. Er rechnete sich da anscheinend größere Erfolgschancen aus. Wir freuten uns schon von der Nervensäge verschont zu bleiben, da kam schon der nächste Halbwüchsige angestiefelt. Halbwüchsig war diesmal sogar noch zu hoch gegriffen. Dieser Junge war sogar erst 10 Jahre alt. Aber abgebrüht und frech wie ein 16 Jähriger. Er machte irgendwelche Pistolengesten mit seinen Händen auf uns gerichtet und kloppte ein paar dämliche Sprüche wie „Are you sisters? No? I like to BumBum your friend.“ Und blickte dabei mit einem verschmitzten Grinsen in meine Richtung. Oh mein Gott. Kristina und ich waren geschockt. Es war eklig und beschämend. Aber gleichzeitig auch bemitleidenswert und traurig, was aus Kindern in diesem Land/ ohne jegliche Schulbildung oder Erziehung wird. Zum Glück ließ er sich mit der Bemerkung, dass unsere Boyfriends gleich zurückkommen, abschütteln und ging schnell wieder seiner Wege. Wir waren froh als diese surreale Situation vorrüber war, die unser ganzes Weltbild von unverdorbener Kindheit mit einem Mal zerstört hatte.

Schwer zu glauben, aber ab dann wurde der Badetag am Strand echt noch sehr schön. Vor allem das tiefe Wasser mit den Wellen bereitete Vergnügen und Abkühlung. Schließlich wollten wir ja auch noch zum nächsten Strand. Bevor wir beim Mauwi Strand ankamen, hielten wir noch bei einem netten Aussichtsrestaurant an der Straße und aßen etwas zu Mittag.

Als wir nach einer längeren Schotterpiste endlich beim Mauwi Strand ankamen war schnell klar, dass es nicht mehr groß lohnte danach noch weiter zu fahren, da die Abendsonne bereits eingesetzt hatte. Dieser war zwar auch kein Badestrand, sondern eher was für Surfer, von denen es hier auch Einige gab, da es kaum freiliegende Sandabschnitte gab. Bis zum Meer war die wegen Ebbe freiliegende Landfläche übersät mit Algenbewachsenen Steinen und Korallen. Wir versuchten mithilfe unserer Badeschuhe vorsichtig zwischen den Korallen bis zum Meer zu kommen, doch kehrten bald um, da die Korallen Richtung Meer immer lebendiger wurden und wir sie nicht zertrampeln wollten. Schade, dass es trotzdem geschieht, da jede Menge Surfer jeden Tag hier raus und rein gehen, auch bei Ebbe. Trotzdem war es ein sehr schönes Bild die Surfer bei dem warmen Sonnenlicht beim Surfen zu beobachten und die letzten Strahlen am Strand zu genießen bevor wir alle den Rückweg antraten.

An unserem letzten Abend gingen wir einer der Empfehlungen von Dillan nach und aßen in dem beliebtesten Burgerladen von Kuta, der einem Australier gehörte. Die Burger schmeckten natürlich vorzüglich und machten uns pappsatt.

Nach einem schönen letzten Abend in Kuta hieß es dann wieder mal Sachen packen, denn morgen sollte es zu den „geheimen“ GiliI-Inseln von Südwest-Lombok gehen. Und zwar Zusammen! Obwohl wir nach 3 Wochen Kuta eigentlich geplant hatten endlich nach Bali hinüber zu siedeln, haben wir uns nach den wundervollen, aber sehr kurzen 3 Tagen mit unseren Freunden, beschlossen doch noch ein bisschen weiter gemeinsam zu reisen. Schließlich hatten wir noch bis zu 11 Monate Reisezeit zu Zweit vor uns und wollten die Zeit mit Freunden so lang wie möglich genießen. Zudem hatten uns schon Einige von dem Paradies der südlichen Gilis in den letzten Wochen berichtet und unsere Neugier geweckt. Wir wollten uns so ein Paradies natürlich nicht entgehen lassen. Vor allem weil es doch schon so gut wie vor unser Nase lag.

Wie sich bald herausstellte, war die Entscheidung goldrichtig und es sollte schon bald die erste Zeit der Entschleunigung einsetzen. Aber mehr dazu im nächsten Beitrag.

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