Thakhek Loop Tag 2 – Partytime am See

Wir lasen auf Tripadvisor, dass ein frankophiler Laote im Sabaidee Guesthouse (welches sich direkt um die Ecke unserer Unterkunft befand) zum Frühstück die besten Croissants des Landes serviert. Dies wollten wir uns nicht entgehen lassen und wurden auch nicht enttäuscht. Der quirlige Besitzer versüßte uns den Morgen mit seinen frisch gebackenen Croissants und seiner guten Laune. So sehr, dass wir uns entschlossen auf dem Rückweg die Nacht im Sabaidee zu verbringen. Wir machten uns nach dem Frühstück schnell auf den Weg, obwohl die Tagesetappe des Thakhek Loop mit über 100 Kilometern nicht die Längste von allen Abschnitten war. Vielmehr mussten wir uns sputen, weil wir auch die Cool Springs besuchen, sowie zu dem Namsanam Wasserfall wandern wollten bevor wir bei der Kong Lor Cave zur Übernachtung eintreffen. Die Strecke führte uns zunächst vorbei an einer bizarren Kulisse, bei der abgestorbene Baumpfähle aus großen Seen ragten. Wir erreichten auch die Baustellenstrasse des Thakhek Loop und hatten großes Glück, das zu dieser Zeit kein Tankwagen die Straße bewässerte. Trotz der Rüttelpiste war die Durchfahrt ein Erlebnis, da die Bauarbeiten sich bei solchen Projekten über Jahre hinziehen, ziehen auch die Frauen und Kinder der Bauarbeiter an den Rand der Straße. Nachdem wir die Piste hinter uns gelassen hatten, mussten wir den roten Staub aus unseren Haaren spülen und fuhren zu einer kleinen Lagune, den sogenannten Cool Springs. Als wir von der Hauptstraße abbogen fuhren wir einen sandigen Pfad entlang, bis wir sicher waren, dass es hier definitiv nicht zu irgendwelchen Lagunen ging. Wir fuhren trotzdem weiter, denn man weiß ja nie und plötzlich überholte uns von hinten ein voll beladener SUV und der Fahrer winkte uns in die Richtung, in die er auch selber fuhr. Als wir endlich den Mini-See erreichten hatten sich bereits um die 200 Laoten um das kühle Nass versammelt und feierten ein Fest samt Techno Beats aus riesigen Boxen, die sie auf Roller montiert hatten. Wir versuchten über großes Felsen zu klettern um einen etwas abgelegeneren Ort zu erreichen, jedoch waren auch dort bereits unheimlich viele Menschen versammelt.

Ich sprang ins Wasser, Angélique konnte nur mit den Füßen rein, da auch hier alle Frauen in Jeans und Pullovern am Ufer saßen, während die Männer von den Steinen ins Wasser sprangen, schnorchelten oder mit den Kindern im Wasser spielten. Wir hatten uns diesen Ort anders vorgestellt und fuhren weiter zur nächsten Stadt um eine Mittagspause einzulegen. Im Sanhak Guesthouse, das uns von Dirk für den Thakhek Loop empfohlen wurde, aßen wir die besten Sandwiches von Asien und fuhren weiter Richtung Wasserfall. Typisch Laos mussten wir hier natürlich Eintritt zahlen und bekamen null Informationen, da der Pförtner kein Wort Englisch konnte. Auch als wir den Roller mitten im Dschungel abstellten wurde eine „Parkgebühr“ kassiert. Leider ist man nicht nur auf dem Thakhek Loop, sondern generell in Laos immer und überall ein großer weißer Geldsack. Es fiel uns auf unserer Reise immer schwerer die wenigen ehrlich gemeinten Gesten der Laoten anzunehmen, da hinter den meisten Gesprächen und „Geschenken“ ein Trick steckte um uns das Geld aus den Taschen zu ziehen. Zwar gewöhnten wir uns immer mehr daran, dass uns nach den meisten Gesprächen eine Tour, ein Transport oder ein Guide angeboten wurde und konnten dies mittlerweile freundlich aber bestimmt ablehnen, schade ist es dennoch.

Der schönste Wasserfall auf dem Thakhek Loop – ein Witz.

Wir liefen zusammen mit einem Franzosen der zur gleichen Zeit wie wir angekommen war zum Namsanam Wasserfall und hatten uns (obwohl wir es besser wissen müssten) auf die Aussagen der Laoten am „Rollerparkplatz“ verlassen – es wäre nur ein Weg von etwa zwanzig Minuten. Nach einem 40 minütigen Marsch erreichten wir einen kleinen Bach, der ein paar Felsklippen hinunterplätscherte. Sollte das etwa der Wasserfall sein? Eine Gruppe Backpacker traf etwa zehn Minuten nach uns ein – unser französischer Begleiter hatte sich direkt nach dem Anblick des „Wasserfalls“ auf den Rückweg gemacht. Einer der Backpacker zog sein Shirt aus und kletterte die Felsen hoch. Auch ich hatte vorher schon die Gegend erkundet, jedoch die Hoffnung auf ein Wasserbecken indem man Baden kann ziemlich früh aufgegeben. Etwas unentschlossen standen wir in der Gegend rum und blickten nervös auf die Uhr, da es schon fünf Uhr war, wir aber noch zurücklaufen und mit dem Roller unsere Unterkunft erreichten mussten, bevor die Sonne gegen halb sieben unterging. Plötzlich tauchte der Backpacker in weiter Ferne  hinter einem großen Stein auf und rief die Gruppe solle hochkommen. Keiner wusste, was er entdeckt hatte, aber alle malten sich einen großen Naturpool aus, in den ein Wasserfall reinplätschert. Also kletterten wir mühevoll die Klippen hoch und folgten den Spuren des unbekannten Backpackers. Als der erste aus der Gruppe ihn erreichte, fasste er sich an den Kopf, drehte sich um und winkte uns alle zurück. Es gab nichts zu sehen. Genervt kletterten wir die Felsen wieder runter und traten den Rückweg an. Wieder mal ein langer Marsch für die Tonne. Auf halber Strecke trafen wir ein Pärchen welches sich im Dschungel verirrt und sichtlich froh darüber war auf andere Menschen getroffen zu sein. Wir hielten sie davon ab den restlichen Weg bis zum Namsanam Wasserfall zu laufen und sie fuhren mit uns in die nächste Unterkunft, da ihr Weg auch in die Kong Lor Höhle führte.

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